RTM-Prozess

Keim hat sich spezialisiert mit dem RTM-Verfahren glasfaser- und kohlenstofffaserverstärkte Bauteile herzustellen. Mit den -CAD –Daten des Kunden werden Formen, Werkzeuge aus Ureol und Alu hergestellt. Im Druck-RTM- oder Vakuum-RTM-Verfahren werden die Teile mit der erforderlichen hohen Qualität produziert. Auch die für die Nacharbeiten Besäumen, Beschneiden und Montage benötigten Vorrichtungen werden direkt aus den Daten abgeleitet und mit erforderlicher Genauigkeit gefertigt. 

Die Technik des RTM- Injektionsverfahren

Der Resin Transfer Molding Prozess (RTM)ist ein geschlossenes Verfahren, in dem in einer Form das Harz ( die Matrix) in die Glas-, Kohlenstofffaser, etc. eingesaugt (Vakuum) bzw. hineingedrückt (Druck) wird. Vielfach wird das Vakuumverfahren als Infusionsprozess bezeichnet. 

Höherwertige Teile werden mit dem Druck-Injektions-Prozess hergestellt. Hier spricht man heute schon von Drücken bis 32 bar, sogenannte Hoch-Druck-Technologie, die vor allem für kohlenstofffaserverstärkte Teile angewendet wird.

Als Matrix werden überwiegend Polyester- u. Epoxidharze eingesetzt.

Der Druck-RTM-Prozess

In die zweiteilige Form wird mit erforderlicher Menge Verstärkungsfaser (ungetränkt) eingelegt und evtl. zusätzlich zu integrierende  Schaumelemente, Metalleinsätze zur späteren Befestigung des Teils eingebracht. Nach dem Formenschliessen und dem Aufbau des Gegendrucks zur Injektion (Abdichten der Form) wird eine bestimmte Menge aktiviertes Harz durch den Formenspalt gedrückt. Es erfolgt die vollständige Benetzung der Fasern und danach die Aushärtung. Der Aushärteprozess, beginnend von der Gelierung über die Aushärtung durch die exotherme Reaktion erzeugte Temperatur über die  die evtl. Nachhärtung und  Abkühlungszeit, wird durch verschiedene Reaktionsmittel (Aktivatoren )– Anteile im Harzgemisch beeinflusst. Mit vorgeheizten Formen wird der Aushärteprozess beschleunigt. Abhängig von der Fertigungszeit bestimmt von der Matrixmischung, dem Formaufbau (Beheizt und unbeheizt)  ist ein Nachtempern der Teile erforderlich. Durch den Aufbau der Druck-RTM-Form definiert sind beide Teileseiten von hoher Laminatqualität.

Weitere Vorteile sind die konstant hohe Laminatqualität, sehr gute lackierfähige Oberfläche, exakt definierte Wanddicken in einer reproduzierbaren Serienfertigung. Auch Sandwichkonstruktionen etc. sind gut umsetzbar.

Der Vakuum-RTM-Prozess

Beim dem Vakuumverfahren wird in der Regel nur eine feste Formhälfte, meist für die Sichtseite, hergestellt. Mit Hilfe spezieller Vakuumfolie wird die Form geschlossen und das Harz in die trocken ausgelegte Faserverstärkung eingesaugt. Die Fließgeschwindigkeit des Harzes ist wesentlich geringer als beim Druck-RTM. Durch die Folie und durch den geringeren Vakuumdruck (ca. 0,6-0,8 bar) hat das produzierte Teil nur eine glatte Seite.

Die Vorteile des Vakuumverfahrens sind die relativ geringeren Formenkosten, die schnelle Realisierung von Prototypen und in Folge auch kostengünstige Kleinserienfertigung.